Systemblitz vs. Porty vs. Studioblitz

Moin Moin,

in der letzten Zeit habe ich immer häufiger darüber nachgedacht, meinen Porty und den Bowens zu verkaufen. Ist das nun eine gute Lösung? Brauche ich denn die Power vom Bowens?

Zumindest habe ich mich nun dazu entschieden, einen Teil meines Blitz-Equipments zu verkaufen. Hier habe ich unter anderem einen Bowens Blitz mit großer Softbox verkauft (*schnief*) und so mein Equipment deutlich verkleinert. Ich habe wirklich lange überlegen müssen. Da ich ihn aber in den letzten Jahren gerade auf Hochzeiten wirklich gar nicht mehr eingesetzt habe, war es am Ende eine rationale Entscheidung und es ist mir unterm Strich nicht schwer gefallen. Oder doch? Hmm…!? Geblitzt habe ich jedenfalls in der letzten Zeit immer mit meinen Systemblitzen und ab und zu mit dem Porty.

 

Vorteil Systemblitz

Systemblitze haben den Vorteil, dass sie relativ klein sind. Sie haben zwar i.d.R. nicht so viel Power wie ein Studioblitz, aber genau das kann bei offener Blende auch ein Vorteil sein, denn man kann sie meistens weiter nach unten regeln als einen Studioblitz mit ordentlich “Wumms”. Arbeitet man mit dunklen Bereichen und möchte man nur ein wenig aufhellen ist das ganz klar ein Vorteil.

Auch bei meinen Hochzeitsreportagen bin ich seit 2016 dazu über gegangen nur noch mit Systemblitzen zu arbeiten. Die neuesten Generationen haben eine Leitzahl von 60 oder mehr, sie haben also wirklich ordentlich Power. Hier haben wir also viel Power gepaart mit der Handlichkeit und somit eine enorme Flexibilität. Klar, die sind mit Batterien oder Akkus betrieben, aber die Flexibilität in diesem kompakten Maß ist meiner Meinung nach echt grandios – auch braucht man sich dadurch keine Gedanken um eine Steckdose zu machen. Wenn ich dann doch mal etwas mehr Licht brauche, nutze ich einfach zwei oder drei der Dinger und ich bin damit fein.

Bei Systemblitzen solltet ihr gerade outdoor, also wenn ihr beispielsweise als Hochzeitsfotograf unterwegs seid oder ein Fotoshooting unter freiem Himmel durchführt, darauf achten, dass die Blitze HSS haben, also High Speed Sync unterstützen. Nur so könnt ihr kurze Verschlusszeiten erreichen, was gerade beim offenblendigen Fotografieren im Sommer unbedingt gebraucht wird. Alternativ könnt ihr hier natürlich einen ND Filter (Graufilter) einsetzen.

 

Studioblitz

Studioblitze, oder auch Blitzköpfe, haben den Vorteil, dass sie meistens ordentlich Power haben. Nachteil ist, dass sie in der Regel recht unflexibel eingesetzt werden können. Ein Punkt sind hier Größe und Gewicht. Zudem haben gerade ältere Modelle noch ordentliche Glühbirnen verbaut, sodass sie auch heiß werden (und nach dem Shooting auch wieder abkühlen müssen). Ordentlich Strom ziehen sie natürlich auch. Aus meiner Sicht ist ein weiterer Nachteil, dass sie outdoor, also wenn man gerade keine Steckdose in der Nähe hat, nur mit einem zusätzlichen (großen und schweren) Akku betrieben werden können. Dieser leert den Geldbeutel zusätzlich und bedeutet gleichzeitig mehr Schlepperei bei einem Shooting.

 

Porty

Portys sind so ein Zwischending. Nicht so groß wie ein Studioblitz und nicht so klein und leicht wie ein Systemblitz. Portys gibt es mit einem oder zwei Anschlüssen für Blitzköpfe (zumindest kenne ich nur die beiden Varianten… ;-), die am Blitz-Generator entsprechend geregelt werden können.  Den Blitzgenerator verbindet man mit einem Kabel mit dem Blitzkopf, beispielsweise einem Standard-Blitzkopf oder einem Ringblitz. Am Standard-Blitzkopf befestigt man einen Lichtformer, z.B. eine Softbox, einen Standard-Reflektor oder einen Schirm. An Portys hat sich zumindest für mich der Anschluss mit Bowens S-Type Bajonett gelohnt, denn so konnte ich meine älteren Bowens-Lichtformer alle weiter nutzen. Weiterhin benötigt man noch einen Blitzauslöser (ich nutze den Yongnuo YN-622 C für Canon) und ein Kabel zum Verbinden mit dem Blitz-Generator.

Der Vorteil von Portys ist, dass man sie mittlerweile auch mit wirklich viel Power bekommen kann. Ich nutze seit Jahren (mal mehr und mal weniger) den Jinbei Free Lander FL-II 500 Porty. Ein ähnliches Modell gibt es aber auch mit 1.200 Wattsekunden – also mit ordentlich Power.

 

Ich hoffe, dass ich euch hiermit etwas helfen konnte. Der Text entspricht wie immer meiner Meinung und meinen Erfahrungen. Wer weitere Fragen hat kann mir natürlich jederzeit eine Mail schicken.

Euer Christian

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