Tipps für besser Portraitfotos: Fotografieren mit vorhandenem Licht (Available Light)

Tipps für besser Portraitfotos: Fotografieren mit vorhandenem Licht (Available Light)

Licht zu lesen ist manchmal nicht ganz so einfach. Ich kann euch aber schon mal gleich am Anfang verraten, dass es “eigentlich” doch gar nicht so schwer ist. Mit ein paar Tricks und etwas Erfahrung geht das ganze nämlich doch ganz einfach.

Mein erster Tipp ist, dass ihr beim vorhandenen Licht (Available Light) während eures Fotoshootings nicht in der prallen Mittagssonne fotografiert. Das geht zwar auch, ist aber aus meiner Sicht nicht ganz optimal. Bei praller Sonne suche ich mir meist ein schattigeres Plätzchen. Hier möchte ich gerne ein paar Möglichkeiten nennen:

  • unter einem Baum: Bäume spenden ja (wenn man nicht gerade im Winter unterwegs ist) bekanntermaßen Schatten und eignen daher recht gut zum Fotografieren. Ihr stellt einfach euren Protagonisten unter den Baum und fotografiert dann entweder in Richtung des Baumes oder vom Baum weg. So erhaltet ihr je nach Richtung einen helleren oder dunkleren Hintergrund. Die Belichtungsmessung solltet ihr natürlich auch beachten. Unter einem Baum kann es auf Grund der vorhandenen Farben jedoch unter Umständen mit dem Weißabgleich etwas schwieriger werden.
  • gegenüber einer Hauswand: ihr könnt eine vorhandene (im Optimalfall helle oder sogar weiße Hauswand) optimal als Reflektor nutzen. Stellt euch einfach gegenüber der Hauswand und nutzt das abstrahlende Sonnenlicht aus. Ihr werdet sehen, dass ihr nahezu optimale Lichtbedingungen erhaltet. Auch hier gilt, dass es je nach Farbe der Fassade mit dem Weißabgleich schwierig werden kann.
  • an einem Tunnel oder einer Garage: ihr seid in eurem Leben bestimmt schon hunderte male in einen Tunnel oder in eine Garage gegangen. Achtet doch einfach mal auf das abfallende Licht. Hier habt ihr meist sehr gute Lichtbedingungen. Grund hierfür ist, dass das Licht nach hinten abfällt, vor allem aber sehr gerichtet und somit (hoch-)frontal in die Garage bzw. den Tunnel eintritt. So könnt ihr ohne Probleme in die Garage/den Tunnel hinein fotografieren und ihr erhaltet einen dunklen Hintergrund mit dem von vorne optimal beleuchteten Protagonisten. Fotografiert ihr hingegen aus der Garage bzw. dem Tunnel raus, habt ihr eine schöne Gegenlichtsituation.

Noch ein kleiner Tipp am Rande. Um die Richtung des Lichtes zu bestimmen könnt ihr einfach eure Handfläche gerade vor euch halten und euch dann im Kreis drehen. Beim Beobachten der Handfläche werdet ihr selbst bei typischem Hamburger Schmuddelwetter 😉 recht schnell die Lichtrichtung erkennen können.

Ich selbst nutze diese kleinen Tricks bei meinen Fotoshootings recht gerne. Probiert es einfach aus! Wie gesagt, es ist alles nicht so schwer – ihr bekommt das mit ein klein wenig Übung recht schnell hin!

In den kommenden Tagen werde ich noch einen Beitrag zum Einsatz von Available Light und der Aufhellung durch einen Reflektor sowie einen Beitrag über den Einsatz von vorhandenen Lampen in geschlossenen Räumen schreiben.

Hier noch ein paar Bilder, die ich während eines Fotoshootings in Hamburg gemacht habe und zwischendurch nur mit vorhandenem Licht fotografiert habe.

Viele Grüße,
Christian

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